Letzter Gang für Freddy Quebbemann an der HIAG

Am Sonntag, 27.05.2018 endet die Amtszeit von TuS-Trainer Freddy Quebbemann. Nach acht gemeinsamen Jahren gehen Freddy Quebbemann und der TuS Bruchhausen getrennte Wege. 8 Jahre, 235 Spiele – Zeit für einen Rückblick!

Meister mit 27 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten

In der Saison 2010/2011 wechselte Freddy Quebbemann, damals noch Spieler des TuS Müschede, an die Hiag. Der TuS 02 hatte soeben unter Trainer Günter Jochheim die Klasse in der B-Liga mit 33 Punkten gehalten und landete in der Endabrechnung auf dem 12. Tabellenplatz.  Im Sommer 2010 übernahm dann Freddy Quebbemann als Spielertrainer. Unter seiner Führung baute der TuS Bruchhausen die 1. Mannschaft ziemlich um. Sebastian Schacht, Rainer Müller, Stephen Hoffmann und Marvin Weber wechselten von anderen Vereinen zurück zum TuS Bruchhausen. Ingo Renk, Tobias Walter und Christopher Hahne stießen aus der Jugend hinzu und formten das neue Grundgerüst. Der Start in die Pflichtspielsaison verlief dann nahezu perfekt. In der 1. Runde des Kreispokals schaltete die HIAG-Elf unter Freddy Quebbemann den damaligen A-Ligisten TuS Hachen mit 1:0 aus. Anschließend schlug man am 1. Spieltag der B-Liga den vorjahresvierten DJK GW Arnsberg mit 7:3 und setzte gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Auch Freddy Quebbemann trug sich in die Torschützenliste ein, traf sechs Minuten nach seiner Einwechselung zum zwischenzeitlichen 2:0. Am Saisonende sollte der TuS-Spielertrainer trotz vergleichsweise wenig Spielzeit auf insgesamt 20 Saisontore für den TuS Bruchhausen kommen.

Am 10. April 2011 hatte der TuS Bruchhausen endlich wieder etwas großartiges zu Feiern. Nach 2 Jahren in der B-Liga machte die HIAG-Elf die Rückkehr in die Kreisliga-A perfekt. Mit den Toren von Ingo Renk, Fabian Nagel und Stephen Hoffmann schlug man 2. Korriku Sundern mit 3:0 und war nicht mehr von einem Aufstiegsplatz zu verdrängen. Eine Woche später sicherte sich die Elf von Trainer Freddy Quebbemann in Endorf dann zusätzlich noch den Meistertitel. In den Schlussminuten drehten Marcel Osthoff (80.) und Marco Geue (88.) die Partie, am Ende gewann Bruchhausen knapp mit 5:4 gegen den SV Endorf. Die anschließende Meisterfeier auf dem Hof der Dorfschänke Körner blieb bei den Beteiligten unvergessen. In der Abschlusstabelle hatte die TuS-Elf mit 79 Punkten ganze 27 Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten.

HIAG-Elf schlägt TuRa Freienohl und Torsten Garbe nach 0:3 noch 4:3

Nach einem grandiosen ersten Jahr unter Trainer Quebbemann wirbelte der TuS 02 auch die A-Liga auf. Bruchhausen spielte eine für einen Aufsteiger fabelhafte Hinrunde, stand im November zwischenzeitlich auf dem dritten Tabellenplatz der A-Liga. Eine Woche später kam es zum vermeintlichen Spitzenspiel. Tabellenführer und Meisterschaftsanwärter TuRa Freienohl war zu Gast beim Tabellendritten – dem TuS Bruchhausen. Leider verlief die erste Halbzeit allzu deutlich für die Gäste aus Freienohl, nach 45 Minuten ging es mit 0:3 in die Kabinen. Was dann folgte war die Auferstehung des TuS 02. Unter den Augen der 300 Zuschauer drehte Bruchhausen die Partie und gewann gegen die Elf von Trainer Torsten Garbe noch mit 4:3. Es war ein Fußballfest! Zu diesem Zeitpunkt hatte der TuS 02 über eineinhalb Jahre nicht mehr auf dem eigenen Ascheplatz an der HIAG verloren.

Freddy Quebbemann und die Pokalspiele

Einige Wochen vor dem Freienohl-Spiel musste Bruchhausen eine der überraschendsten Pleiten in achten Jahren einstecken. In der zweiten Runde des Kreispokales freute man sich etwas zu früh über das Los SuS GW Amecke. Mit einem Sieg wäre der TuS 02 ins Viertelfinale des Kreispokals eingezogen, doch der damals mittelmäßige B-Ligist spielte auf dem eigenen Rasenplatz mutig und zielstrebig. Bruchhausen fand kein Mittel und unterlag trotz 1:0-Führung durch Sebastian Schacht mit 1:3. Auch generell war der Pokalwettbewerb nichts für die Quebbemann-Elf. In den letzten fünf Jahren scheiterte Bruchhausen stehts in der 1. Runde (Voßwinkel, Hüsten, Bachum/Bergheim, Grevenstein, Voßwinkel). Das letzte gewonnene Pokalspiel datiert vom 22. August 2012, ausgerechnet gegen den SuS GW Amecke. Das 4:1 war die Revanche für das im Vorjahr verlorene Pokalspiel. Gegen den Westfalenligisten SuS Langscheid/Enkhausen war 2012 dann eine Runde später Schluss.

Bruchhausen schlägt Herdringen 8:4 im Spiel um Platz 3

Deutlich besser lief es bei den Hallenwettbewerben. Gleich im ersten Jahr unter Trainer Freddy Quebbemann setzte der TuS 02 beim RWE-Wintercup ein Ausrufezeichen. Dort sicherte sich die TuS-Elf als bester B-Ligist im Turnier den mit 500 € prämierten Preis. Viel wichtiger als RWE-Cup oder Warsteiner Master, an dem Bruchhausen insgesamt dreimal teilnahm, ist jedoch die Stadtmeisterschaft. Auch wenn gleich der ganz große Wurf ausblieb erreichte Bruchhausen in den acht Jahren unter Freddy Quebbemann trotz wirklich sehr schwerer Vorrundengruppen sieben Mal die Endrunde. Oft schnürte der TuS-Trainer auch selbst noch die Schuhe. Unvergessen auch sein Tor zum 2:1-Sieg gegen den SV Hüsten 09, mit dem sich der TuS Bruchhausen ungeschlagen den Gruppensieg in der Vorrunde 2012 sicherte. Die beste Platzierung bei den Stadtmeisterschaften erreichte der TuS Bruchhausen im Jahr 2014 als man im Halbfinale dem späteren Sieger SC Neheim unterlag, danach aber Ligakonkurrent SV Herdringen im Spiel um Platz drei mit 8:4 aus der Halle fegte. Auch den dritten Platz wusste der TuS 02 gebührend zu feiern.

Schiedsrichter fehlentscheidet Spitzenspiel

Marcel Linke Notbremse und trotzdem nur gelb

Auch draußen auf dem Feld gab es noch so einige Highlight-Spiele. Die Saison 2014/2015 hatte neben der erfolgreichen Stadtmeisterschaft einige solcher Augenblicke zu bieten. Es war das Jahr des neuen Kunstrasenplatzes. Nach langer Bauphase und einigen Auswärtsspielen in Folge durfte die TuS-Elf endlich erstmals auf ein Spiel auszutragen. Wenn gleich die Eröffnungsfeier zwei Wochen später gegen den SSV Stockum (2:1) stattfand, trug die Quebbemann-Elf das erste Punktspiel auf dem neuen grün gegen die TuRa Freienohl aus. Es war ein kurioses Spiel, in dem der TuS Bruchhausen durch ein Eigentor und ein halbes Eigentor in Rückstand geraten ist, am Ende jedoch durch einen Flugkopfball von Sebastian Winkelmann zum 2:2 ausgleichen konnte. Besonders schön auch waren auch die deutlichen Siege gegen Oeventrop (3:0) und dem SV Hüsten 09 II (7:1) im neuen Sportpark An der HIAG.

Bruchhausen legte eine fantastische Serie hin, nur Freienohl war noch vier Punkte besser. So kam es am 29. März 2015 zum Duell Erster gegen Zweiter, das Rückspiel gegen Freienohl. Ein entscheidendes Duell um den Aufstieg und die Meisterschaft. Auf Grund der schlechten Wetterlage wurde das Spiel auf dem Ascheplatz der TuRa ausgetragen. Bruchhausen legte in dem Spitzenduell gut los und nach nur 12 Minuten eine spielentscheidende Scene. Nach einer eindeutigen Notbremse an TuS-Stürmer Marcel Linke zwei Meter zentral vor dem Strafraum entschied der Schiedsrichter zwar auf Freistoß, doch beließ es nur bei der gelben Karte gegen Freienohl. Nur sieben Minuten später beim Stand von 0:0 die nächste Fehlentscheidung in diesem so wichtigen Spiel. Kai Oberreuther hatte sich den Ball schon am TuRa-Keeper vorbei gelegt als dieser auf den TuS-Stürmer mit den Händen zu Fall brachte. Trotz des eindeutigen Foulspiels im Strafraum gab es Abstoß statt Strafstoß. Es war einer der nicht selbst verschuldeten bittersten Momente in acht gemeinsamen Jahren. In der Folge wurde Freienohl dann besser, gewann am Ende auch auf Grund der Fehlentscheidungen mit 2:0 und sicherte sich eine durchaus hochverdiente Meisterschaft.

Schon zur Pause 5:0 gegen Gierskämpen

Ein Saison-Highlight der 6:0-Sieg gegen den FC BW Gierskämpen.

In der anschließenden Saison 15/16 machte Bruchhausen mit einigen Toptransfers auf sich aufmerksam. Mit Fabian Fischer, Dirk Mikolajczak, Torwart Andreas Hoppe und Ingo Renk kamen gestandene Spieler an die HIAG um den Kader zu verstärken. Den ersten Höhepunkt setzte der TuS Bruchhausen dann schon in der Sommervorbereitung. Auswärts gegen den damaligen Landesligisten SC Neheim, der durchaus Top besetzt war, ging Bruchhausen gleich drei Mal im Spiel in Führung. Am Ende musste man sich der Mannschaft von Trainer Alex Bruchhage dann doch knapp mit 3:4 geschlagenen geben.  Auch in der Saison spielte Bruchhausen zunächst eine Top Serie. Nach einem umkämpfen Auftaktmatch in Hellefeld (1:0), setzte Bruchhausen ein Zeichen gegen den Meisterschaftkandidaten FC BW Gierskämpen. Bereits zur Pause führte Bruchhausen durch Tore von Grazian Schwoch (3), Stephen Hoffmann, Marcel Linke und Kai Oberreuther mit 5:0. Am Ende der 90 Minuten schickte die HIAG-Elf Gierskämpen mit 6:0 vom Feld.

Die Statistik von Freddy Quebbemann

Ohne das noch ausstehende letzte Spiel am letzten Spieltag der aktuellen Saison hat Bruchhausen 236 Ligaspiele unter Trainer Freddy Quebbemann gespielt. Gewonnen wurden davon genau 120 Spiele bei nur 34 Unentschieden. Das entspricht einem Punkteschnitt von 1,67 Punkten pro Spiel. Das kann sich nicht nur sehen lassen, sondern das ist eine herausragende Bilanz. Die höchste Niederlage in acht Jahren setzte es am 03. Juni 2012 beim 0:10 in Freienohl gegen den damals schon feststehenden Aufsteiger und Meister TuRa Freienohl. Den höchsten Pflichtspielsieg gab es beim 12:2 gegen Sundern II vor wenigen Wochen. Der höchste Sieg in einem Freundschaftsspiel landete Bruchhausen am 12. August 2010 bei GW Ostönnen. Im ersten Quebbemann-Jahr gewann die HIAG-Elf dort mir 13:2. Auch das 9:0 am 08.03.2015 in der A-Liga gegen den SSV Allendorf bleibt in Erinnerung. Im ersten Jahr holte sich der TuS den 1. Platz in der B-Liga, anschließend rangierte der TuS 02 in der A-Liga auf den Plätzen 10, 11, 6, 4, 7 und 8. Vor dem letzten Spiel steht Bruchhausen auf dem 4. Tabellenplatz. Von 2010 – 2013 trug sich Spielertrainer Freddy Quebbemann in Meisterschaftsspielen 22-mal in Torjägerliste ein.

Nach acht Jahren zieht es Freddy Quebbemann nun zur TuRa Freienohl. Freienohl, ausgerechnet Freienohl das so oft auch in diesem Rückblick eine Rolle spielte. Das grandiose 4:3 und das erste Spiel auf dem Bruchhauser Kunstrasen, das verlorene Spitzenspiel auf der Freienohler Asche und die höchste Niederlage. Acht Jahre lang war Freddy Quebbemann Herz und Kopf der 1. Mannschaft. Er stellte die HIAG-Elf zusammen und sorgte für die zwingend notwendigen Neuzugänge, die sich immer wieder perfekt integrierten und ihr sportliches Zuhause beim TuS Bruchhausen fanden. Stets wusste er sein Team zu motivieren, viele zwischenzeitliche Pausen-Rückstände wurden noch gedreht. Für sein Team organisierte Freddy Quebbemann Events wie jenes in der Kletterhalle Wuppertal oder die Mannschaftsessen bei Carlos in Dortmund und im R-Cafe. Gemeinsam sah man sich den Kinofilm “Die Mannschaft” in Unna an. Ganz großes Kino waren auch die zahlreichen Knobelabende in der Dorfschänke Körner.

Am Sonntag kommt es zum letzten Spiel unter Trainer Freddy Quebbemanns Regie. Hier schließt sich der Kreis, er kam damals vom TuS Müschede zum TuS Bruchhausen, was wäre da passender als das letzte Spiel gegen seinen ehemaligen Verein zu bestreiten.